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51 % der Menschen spüren am Arbeitsplatz kein Zugehörigkeitsgefühl. Erfahre, was sich dagegen tun lässt.

September 26, 2022 - 12 lesezeit

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Kapitel

Mangelnde Bindungen belasten alle Arbeitskräfte

Auch für deine Karriere brauchst du stärkere Bindungen

Verbundenheit am Arbeitsplatz: Worauf legst du Wert?

So stärkst du deine Bindungen

Hast du deine Kollegen stundenlang über Video gesehen und trotzdem nicht das gleiche Gefühl wie nach einem guten Tag im Büro? Damit bist du nicht allein. Obwohl wir mittlerweile viel mehr über Aspekte wie Zoom-Ermüdung wissen, die unsere Energie auf ganz neue und komplexe Weise verbrauchen, gibt es noch weitere Teile in diesem Puzzle.

Das, was unserem Arbeitsalltag fehlt, sind Bindungen.

Wenn du dich ziellos oder blockiert fühlst oder einfach nur nicht mehr die gleiche Begeisterung und Energie für die Arbeit empfindest, wie das früher der Fall war, dann solltest du weiterlesen. Die Verhaltensforscher von BetterUp haben anhand von unseren Daten untersucht, was Verbundenheit für die Arbeitskräfte von heute bedeutet und wie wir davon profitieren, wenn Unternehmen Bindungen richtig fördern. Ihre Erkenntnisse können uns allen helfen, unseren Weg zu mehr Zufriedenheit, Energie und Produktivität im Arbeitsalltag zu finden.

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Mangelnde Bindungen belasten alle Arbeitskräfte

Ein Mangel an Kameradschaft hat Auswirkungen auf jeden von uns – und zwar auf ganz unterschiedliche Weise. Den neuesten Untersuchungen von BetterUp zufolge sind Menschen, die keine Verbundenheit gegenüber ihren Kollegen empfinden, weniger engagiert bei der Arbeit und fühlen sich ängstlicher, deprimierter und einsamer. Die negativen Auswirkungen beeinträchtigen nicht nur deine Gesundheit, sondern auch die Menschen in deiner Umgebung, im Unternehmen oder zu Hause. Und die Wirtschafts-, Energie- und Umweltkrisen, denen wir in Europa aktuell gegenüberstehen, sorgen schon für genug Stress und Sorgen in unserem Leben.

Insgesamt hat die Remote-Arbeit (oder das Tragen von Masken und Abstandhalten bei der Arbeit) über einen so langen Zeitraum die sozialen Kompetenzen selbst der aufgeschlossensten Mitarbeitenden geschwächt. Entstanden ist ein ganz eigenes Mikroklima mit einem problematischen Mangel an Verbundenheit am Arbeitsplatz. Selbst Menschen, die mit anderen vor Ort arbeiten, sind nicht zufrieden mit der Bindung zu ihren Kollegen. Von den Personen, die wir befragt haben, vermelden die Angestellten im Büro im Vergleich zu ihren Kollegen mit hybriden Arbeitsformen einen geringeren Grad an sozialer Verbundenheit und an Zugehörigkeitsgefühl. 

 

Auch für deine Karriere brauchst du stärkere Bindungen

Die Fähigkeit, gute berufliche Beziehungen zu deinem Team und zu Vorgesetzten, Kunden, Lieferanten und Partnern aufzubauen, ist wichtiger denn je – ganz gleich, ob du remote, vor Ort oder in einem hybriden Modell arbeitest. Unternehmen legen Wert darauf. Wir haben herausgefunden, dass 96 % der Unternehmen bei der Einstellung auf zwischenmenschliche Kompetenzen achten.

Diese Kompetenzen sind bei vielen von uns in den letzten Jahren etwas eingeschlafen. Und das erschwert es zusätzlich, bedeutsame Bindungen zu Kollegen aufzubauen. Drei von fünf Befragten geben an, dass ihre Arbeitgeber im Hinblick auf diesen Aspekt nicht genug unternehmen. De facto bewerten Angestellte auf Glassdoor den Aspekt „Bindung am Arbeitsplatz“ heute 50 % seltener als Pluspunkt für ihren Arbeitgeber als noch vor drei Jahren.

Bindungen – also wie viele Personen wir bei der Arbeit kennen und wie verbunden wir uns ihnen fühlen, ob als Freunde oder Teil einer Gemeinschaft – haben immense Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, unsere Leistungen und unsere Entwicklung am Arbeitsplatz und die unserer Karriere. Wenn wir uns unseren Kollegen verbunden fühlen, erfahren wir eine stärkere berufliche und persönliche Weiterentwicklung.

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Bindung: Worauf legst du Wert?

Natürlich definiert jeder Verbundenheit etwas anders. Einige betrachten sich erst dann als „verbunden“ mit ihren Kollegen, wenn sie im Team mindestens einen echten Freund haben. Andere hingegen empfinden ein Zugehörigkeitsgefühl, wenn sie Teil einer Gruppe sind, die mindestens ein Interesse, eine Aufgabe oder einen Wert teilt, die gemeinsam etwas erledigt oder täglich miteinander zu tun hat.

Unseren Untersuchungen zufolge lassen sich Mitarbeitende am Arbeitsplatz in eine von drei Verbundenheitskategorien einordnen:

Der enge Freund: 38 % der von uns befragten Arbeitskräfte in Europa geben an, dass sie es bevorzugen, mit ihren Kollegen befreundet zu sein. Sie tauschen sich über Hoffnungen, Träume und Sorgen aus, sie teilen private Krisenmomente und Höhepunkte und wissen über die eigentliche Arbeit hinaus Dinge über die anderen. Es kommt vor, dass sie Kollegen am Wochenende anrufen oder gemeinsam etwas unternehmen. Für diese Personengruppe bedeutet die Bindung zu Kollegen, dass sie ganzheitliche Beziehungen zu den Menschen aufbauen, mit denen sie arbeiten – am und außerhalb des Arbeitsplatzes.

Europaweit empfinden Arbeitnehmer hinsichtlich des Wunschs nach Freundschaft auf der Arbeit ähnlich. Im Vereinigten Königreich ist dieser Wunsch am stärksten (43 %), wobei Frankreich (36 %) und Deutschland (34 %) knapp dahinter liegen.

Der freundliche Kollege: 46 % der Mitarbeitenden sagen, sie würden einen freundlichen Umgang mit Kollegen bevorzugen. Dabei gibt es, was diesen Wunsch angeht, kaum Unterschiede zwischen Arbeitskräften in Deutschland (49 %), Frankreich (46 %) und im Vereinigten Königreich (43 %). Ob ein Plausch beim Kaffee am Morgen oder eine kurze Unterhaltung vor Beginn eines Zoom-Meetings – sie wissen vermutlich, ob ihre Kollegen Kinder haben oder wohin sie verreisen – doch darüber hinaus beschäftigen sie sich nicht übermäßig mit dem Privatleben und nach außen getragenen Anliegen ihrer Kollegen. Für diese Gruppe ist Freundlichkeit ein annehmbarer Grad von Verbundenheit.

Der rein professionelle Kollege: 16 % der Arbeitskräfte geben an, dass sie den Umgang mit ihren Kollegen am liebsten auf die berufliche Ebene beschränken. Sie möchten nichts über ihre Familie oder ihre Hobbys erzählen. Diese Gruppe empfindet einen zufriedenstellenden Grad an Verbundenheit, wenn sie sich mit ihren Kollegen versteht und ihre Rolle und ihr Wert im Team klar ist. Diese Empfindung ist europaweit in vergleichbarer Ausprägung vorhanden. Franzosen (18 %), Deutsche (17 %) und Briten (14 %) zeigen in ähnlichen Anteilen ein Interesse an rein beruflichem Kontakt.

Worauf legst du Wert? Was ist mit den anderen in deinem Team? Deinem Manager? Den dir unterstellten Kollegen? Erkennst du Diskrepanzen?

Gegenwärtig geben erstaunlich wenige Arbeitnehmer an, enge Freunde am Arbeitsplatz zu haben. Für diejenigen, die die Dinge am liebsten auf das Berufliche beschränken, mag das kein Problem sein. Doch unabhängig von der eigenen Präferenz zeigen unsere Daten, dass Mitarbeitende fünf freundliche Kollegen brauchen, um sich verbunden zu fühlen, und mehr als zehn, um sich zugehörig zu fühlen.

Wir haben herausgefunden, dass das Gefühl von Zugehörigkeit weitere Vorteile mit sich bringt, die für die Karriere förderlich sind. Menschen, die am Arbeitsplatz ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl empfinden, haben eine höhere Resilienz, sind engagierter, ziehen eine größere Bedeutung aus ihrer Rolle und sind zufriedener mit ihren Jobs.

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So stärkst du deine Bindungen

Das klingt vielleicht trivial. Doch die unterschiedlichen Bedürfnisse hinsichtlich sozialer Bindungen am Arbeitsplatz zu verstehen, ist grundlegend für deine eigene Verbundenheit am Arbeitsplatz. Ob du remote, vor Ort oder in einem hybriden Modell arbeitest – diese vier Schritte sind dabei hilfreich:

1. Bestimme dein eigenes Bindungsprofil.

Wenn du als Erstes dein eigenes Bindungsprofil für den Arbeitsplatz bestimmst, wird klarer, an welcher Stelle deine aktuelle Erfahrung hinter deinen Erwartungen zurückbleibt. Du kannst dich bei deinen Vorgesetzten konkreter für Gelegenheiten zur Kontaktaufnahme einsetzen und einen Plan aufstellen, um deine eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.

2. Frage andere nach ihren Präferenzen.

Du kannst versuchen, die Präferenzen anderer herauszufinden, doch meist ist der direkte Ansatz der beste. Eine Möglichkeit ist, mit deinem Team über Bindungen zu sprechen oder eine Umfrage zu versenden, um zu sehen, wie die Teammitglieder sich selbst einordnen. Bei dem aktuellen Mangel an Verbundenheit werden die Kollegen froh sein, darüber sprechen zu können.

3. Stoße den Prozess an.

Unternehmen müssen mehr tun. Doch schon kleine Bemühungen auf jeder Unternehmensebene können Ausgangspunkt sein, um die Bindungen unter Kollegen und direkt unterstellten Mitarbeitenden zu verbessern. Behalte deine eigenen Bedürfnisse im Blick und berücksichtige, was für andere in deinem Unternehmen wünschenswert bzw. nicht wünschenswert ist.

  • Wenn du vom Typ „enger Freund“ bist, könntest du dich darauf konzentrieren, die Beziehung zu zwei Kollegen zu vertiefen, mit denen du bereits eine Basis hast, anstelle jede Person im Unternehmen anzusprechen, die du noch nicht kennst. Eine andere Möglichkeit wäre, dass du in Calls oder am Arbeitsplatz mehr von dir, also deiner Whole Person™, zeigst. Zeig ruhig deine Schwächen, beispielsweise wie du dich hinsichtlich der Herausforderungen des Tages fühlst. Oder du könntest erzählen, was du am Wochenende gemacht hast. Es ist nicht immer leicht, die Situation einzuschätzen, gerade in Meetings über Zoom. Daher empfiehlt es sich, klein anzufangen. Selbst wenn nicht das ganze Team empfänglich für eine enge freundschaftliche Verbindung ist, hast du damit ein Signal für diejenigen gegeben, die dafür offen sind.
  • Bist du eher der freundliche Kollege, dann könntest du damit beginnen, deinem internen Profil Interessen oder Beschreibungen oder den Zusatz „Stelle mir Fragen zu…“ hinzuzufügen und andere dazu ermuntern, das ebenfalls zu tun. Suche nach einer Kollegengruppe in deinem Unternehmen, die dich interessiert, ob als Freund oder Verbündeter. Wende dich an Kollegen, Manager oder die Unternehmensleitung, um Interessengruppen zu bilden, zum Beispiel eine Gruppe aus berufstätigen Eltern, eine Laufgruppe oder eine Gruppe zu einem eher arbeitsbezogenen Thema wie beispielsweise „Datenvisualisierungen“. Dinge zu benennen und eine Kalendereinladung oder einen Teamkanal einzurichten, bietet anderen, die nach Verbindungsmöglichkeiten suchen, einen Anknüpfungspunkt.
  • Wenn du (oder deine Teammitglieder) rein professionelle Kollegen sind, suche nach Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Anstatt Aufgaben alleine abzuschließen oder an jemand anderen zu übergeben, plane mehr Arbeitssitzungen oder Treffen, um gemeinsam zu arbeiten. Das ist eine effektive Möglichkeit, um schwierige Probleme schnell zu lösen oder ein komplexes Projekt voranzubringen. Doch auch die individuelle Arbeit kann davon profitieren.
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4. Stelle Bindungen in den Mittelpunkt.

Unabhängig von deinen Präferenzen, ist es gerade zu Anfang wichtig, dass du deine Bemühungen um Bindungen mit Nachdruck vorantreibst. Wenn du eine Gruppe oder einen Kanal zusammenstellst, musst du dich regelmäßig daran beteiligen, um die Grundlage für eine Bindung zu schaffen. Es kann sein, dass Kollegen nicht auf den Versuch einer kurzen Unterhaltung eingehen. Möglich ist auch, dass eine Arbeitssitzung nicht in einen überfüllten Tagesplan passt.

Doch die gute Nachricht ist: Die Bemühungen zahlen sich aus. Daten zeigen, dass sich Manager insgesamt stärker als individuelle Arbeitnehmer bemühen, Bindungen aufzubauen. Und im Vergleich zu individuellen Arbeitnehmern weisen Manager 25 % mehr Freundschaften bei der Arbeit und eine um 11 % höhere Zugehörigkeit auf. Diese Zahlen zeigen, dass Bindungen die Mühe wert sind.

Als Manager solltest du den Fokus auf Bindungen vorleben. Nimm dir Zeit für offene und ehrliche Gespräche. Schaffe Raum und Zeit, damit Mitarbeitende Freundschaften pflegen können. Du könntest zum Beispiel die Zeit für Meetings einschränken. So hat das Team mehr frei verfügbare Zeit, um sich an Kollegen zu wenden oder sich nach der Arbeit zu treffen (und mit weniger Meetings haben sie vermutlich auch noch die Energie dafür).

Wende Zeit und Ressourcen für einen angemessenen Onboarding-Prozess auf: Zeige Mitarbeitenden von Anfang an, dass es ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit ist, Bindungen mit Kollegen einzugehen. Setze einen Mentor oder Ansprechpartner für neu eingestellte Kollegen ein und dehne den Onboarding-Prozess auf mehrere Wochen aus. Es ist auch eine Überlegung wert, Arbeitskräfte, die keine solide Erfahrung hatten, erneut einzuarbeiten.

Als Manager solltest du versuchen, herauszufinden, wer von deinen Teammitgliedern sich gut als Botschafter für den Aufbau von Beziehungen eignen würde. Beauftrage sie damit, für Kollegen, die tiefere Bindungen brauchen, Gelegenheiten dafür zu finden, und belohne ihre Bemühungen.

Nicht alle Versuche sind auch von Erfolg gekrönt. Doch unsere Daten zeigen, dass andere in Wirklichkeit durchaus empfänglich für solche Bemühungen sind. Das Gefühl von mangelnder Verbundenheit ist allgegenwärtig. Damit stehst du nicht alleine da.

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Veröffentlicht September 26, 2022

Karen Saukas

Karen is a writer, editor, and storyteller with a decade of international communications experience focused on the intersection of human behavior and work. With a degree in psychology and communication studies, she enjoys researching topics she is passionate about — well-being, mental health, and the ever-changing world of work — to create human-centered content that helps people thrive. Karen was born and raised in Michigan but now lives in Munich, Germany, with her Bavarian husband and their young son. She is always working on her German skills.

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