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Deine Mitarbeiter sind einsam. Das schadet deinem Unternehmen.

September 7, 2022 - 13 lesezeit

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Kapitel

Der Zustand der Verbundenheit in der Belegschaft

Wir haben eine Krise der Verbundenheit zu bewältigen

Du suchst Mitarbeiter – sie suchen Bindung

Bindungsmangel ist kein Schicksal

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Über ihre technischen Fähigkeiten hinaus wurde Amelie auch für ihre herausragende soziale Kompetenz und ihren Humor angestellt. Sie wurde dafür geschätzt, mehrere Aufgaben zeitgleich fristgerecht erledigen zu können.

Nach zwei Jahren bemerkt ihr Manager nun eine Leistungsveränderung. Sie erledigt zwar weiterhin ihre Aufgaben, bittet aber häufig um mehr Zeit, verzichtet auf Projekte, auf die sie sich früher gestürzt hat, und nimmt mehr Krankheitstage als je zuvor. Kürzlich hat sie bei einer wichtigen Analyse den Anschluss völlig verpasst und sich nicht gemeldet, um Anforderungen zu klären oder Probleme zu lösen.

Ihr Manager hielt zunächst die Pandemie für die Ursache – Amelie hätte dem vermutlich beigepflichtet. Wie viele andere hat auch sie mehr Arbeit und ein höheres Stresslevel.

Was hingegen nicht sofort ins Auge sticht: Amelie hat keine Freunde innerhalb der Belegschaft. Sie kennt die Kollegen kaum. Es mag trivial klingen, aber diese fehlende Bindung ist kritisch, und sie wirkt sich auf eine große Zahl von Arbeitnehmern aus.

Starke soziale Verbundenheit steht in direktem Zusammenhang mit höherer Arbeitsleistung, Innovations- und Entscheidungsfähigkeit, körperlichem Wohlbefinden, weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen und depressiven Symptomen und besserer psychischer Gesundheit insgesamt. Tatsächlich hat die Wissenschaft zahlreiche Beweise dafür geliefert, dass soziale Unterstützung und das Erleben von Verbundenheit viele Dinge unseres Alltags beeinflussen.

Das Erleben von Verbundenheit ist essenziell im Arbeitsleben. Und zwar nicht nur, weil Menschen einen erheblichen Teil ihrer Zeit mit Arbeit verbringen. Wir beginnen zu erkennen, wie sich Bindung auf das Vertrauen, die Flexibilität und die Widerstandsfähigkeit von Einzelpersonen und Teams auswirkt. Letztlich hat dies Folgen für die Leistung und die Fähigkeit eines Unternehmens, leistungsstarke Mitarbeiter zu halten, komplexe Herausforderungen zu lösen und gemeinsam schwierige Zeiten zu überstehen.

Die neue BetterUp-Studie Die europäische Krise der sozialen Verbundenheit: Darum ist Gemeinschaft in der neuen Arbeitswelt so wichtig enthüllt, wie essenziell Bindung wirklich ist. Wir haben mehr als 1.000 Arbeitnehmer im Vereinigten Königreich, in Deutschland und in Frankreich befragt, die Daten von über 150.000 BetterUp-Mitgliedern ausgewertet und 78 große Unternehmen auf Glassdoor analysiert, um besser zu verstehen, was Bindung bedeutet und welche Vorteile der Einzelne und das Unternehmen haben, wenn sie richtig gestaltet wird. 

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Der Zustand der Verbundenheit in der Belegschaft

Bindung ist zwar etwas Persönliches, beeinflusst aber auch unser Arbeitsleben. 96 Prozent der Unternehmen halten zwischenmenschliche Fähigkeiten bei ihren Mitarbeitern für relevant. Die Wahrheit sieht unserer Studie zufolge allerdings so aus:

51 % spüren am Arbeitsplatz kein Zugehörigkeitsgefühl

44 % fühlen sich ihren Kollegen nicht verbunden

27 % haben gar keine Freundschaften am Arbeitsplatz

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Vielleicht denkst du: Das liegt an der Pandemie, oder? Es ist wenig überraschend, dass Ort und Art der verbrachten Lebenszeit unsere Erfahrung von sozialer Verbundenheit stark prägen.

In Wirklichkeit liegt dieser Mangel an Verbundenheit nicht daran, dass mehr Menschen häufiger von zu Hause aus arbeiten. Diejenigen, die im Büro arbeiten, fühlen sich den Angaben zufolge noch weniger sozial verbunden als ihre hybrid arbeitenden Kollegen. Einsamkeit und mangelnde Bindung und Zugehörigkeit enden nicht einfach, sobald man von Menschen umgeben ist. Fakt ist: Die meisten Arbeitsumfelder haben Bindung und Verbundenheit für lange Zeit überhaupt nicht kultiviert.

Unseren Untersuchungen zufolge brauchen die Amelies dieser Welt nicht mehr Geld oder besser klingende Titel, um Engagement und Leidenschaft für ihre Arbeit neu zu entdecken – sie brauchen Möglichkeiten für soziale Verbundenheit. Die bekommen sie aber nicht.

Wir haben eine Krise der Verbundenheit zu bewältigen

Wie Amelie haben viele Menschen das Engagement und die Begeisterung für ihre Arbeit verloren, weil sie keine echte Verbindung zu ihren Kollegen spüren. Sie schauen sich bereits nach anderen, sogar schlechter bezahlten Jobs in anderen Branchen um. Amelie vermisst es, unter Menschen zu sein, die sie wirklich kennen und nicht nur ihre Fähigkeit bewundern, hübsche Diagramme zu erstellen, sondern auch ihr Einfühlungsvermögen und ihre Freude daran, Mitarbeitergeburtstage zu feiern.

Gegenwärtig geben erstaunlich wenige Arbeitnehmer an, enge Freunde am Arbeitsplatz zu haben. Obwohl jeder ein anderes Bedürfnis nach sozialer Verbundenheit am Arbeitsplatz hat, gab ein Drittel der von uns befragten Arbeitnehmer an, dass sie sich vom Arbeitgeber die Förderung sozialer Verbundenheit wünschen. Laut 3 von 5 Befragten tun ihre Unternehmen für die Bindung mit den Kollegen nicht genug.

Die Überbrückung dieser Kluft ist heute eine absolute Notwendigkeit – wie verbunden sich Angestellte mit ihren Kollegen fühlen, spielt eine überragende Rolle für die Mitarbeitererfahrung. Ohne bedeutsame Bindung fehlt Arbeitnehmern ein Gefühl von Zugehörigkeit, und ohne dieses sinken Engagement und Hingabe.

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Was die Daten eindeutig belegen und Arbeitgeber häufig nicht wissen, ist, dass ohne soziale Verbundenheit Innovations- und Anpassungsfähigkeit drastisch abnehmen. Wir arbeiten auf Inseln. Wir tun unseren Teil als Glied der Wertschöpfungskette. Unterdessen sind die Herausforderungen und Möglichkeiten, denen Unternehmen sich heute gegenübersehen, zunehmend komplex. Komplexe Probleme erfordern nicht nur Teamarbeit, sondern auch kreative Zusammenarbeit und produktive Reibung, Abstimmung und Echtzeit-Anpassung an neue Informationen.

Du suchst Mitarbeiter – sie suchen Bindung

Verbundenheit und Zugehörigkeit am Arbeitsplatz sind entscheidend, um die Herzen und die Köpfe (und die Einsatzbereitschaft) deiner derzeitigen Mitarbeiter und begehrter neuer Talente zu gewinnen. Unserer Glassdoor-Analyse zufolge zählten Unternehmen aus dem oberen Viertel des Verbundenheits-Rankings zu den bestbewerteten und beliebtesten. Vielleicht noch wichtiger: Angestellte dieser Unternehmen empfahlen den Arbeitgeber häufiger an Freunde weiter.

Ohne Bindung nehmen Burnout und Abnutzungserscheinungen zu.

So haben Menschen mit einem geringen Zugehörigkeitsgefühl

einen 74 % stärkeren Kündigungswunsch.

  • Frankreich: 55 %
  • Deutschland: 89 %
  • Vereinigtes Königreich: 80 %

Und Menschen wie Amelie denken nicht wegen besserer Gehälter ans Gehen. 62 % der Befragten würden für eine stärkere Bindung zu ihren Kollegen sogar eine Gehaltskürzung oder einen verlangsamte Karriere in Kauf nehmen.

Die Deutschen sind zum größten Gehaltsverzicht bereit: 10 % ihres Gehalts würden die Befragten gegen mehr Bindung eintauschen. Franzosen und Briten folgen knapp dahinter mit 9 % bzw. 8 %. Der europäische Durchschnitt liegt bei 9 %, der US-amerikanische bei 6 %.

Das Bedürfnis nach stärkerer sozialer Verbundenheit ist offensichtlich, doch dessen Befriedigung lässt zu wünschen übrig. Die gute Nachricht? Unternehmen können das ändern.

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Bindungsmangel ist kein Schicksal

Wenn du Mitarbeiter dazu befähigst, tiefere Bindungen zu Kollegen aufzubauen, und dafür online, offline und in der Unternehmenskultur Räume schaffst, wirkt sich das unmittelbar aus.

Natürlich bringen ein neuer Slack Channel und eine Teamparty keine gravierende Verbesserung. Das heißt aber nicht, dass die nötigen Maßnahmen schwierig sind.

Oft unterschätzen wir z. B. die Bedeutung persönlicher Aufmerksamkeit. Das hilft zu verstehen, warum manche Unternehmen zur Förderung von Bindung und Gemeinschaft auf Coaching setzen. Die Ungewissheit unserer Zeit verlangt unseren Mitarbeitern immer mehr ab. Daher ist es effektiv und zeugt von Fürsorge, ihnen zu helfen, ihre Fähigkeiten zum Aufbau von Beziehungen und Verbindungen wiederzuerlangen.

Mitarbeitern wie Amelie zuzuhören, vermittelt ihnen Wichtigkeit und Wertschätzung – wichtige Komponenten für das Zugehörigkeitsgefühl. Mit der Zugehörigkeit geht die benötigte Sicherheit einher, um echte, bedeutungsvolle und dauerhafte Beziehungen zu ihren Kollegen aufzubauen.

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Wenn Manager soziale Verbundenheit zu einer unternehmerischen Priorität erklären, die wie andere Ziele belohnt und gemessen wird, und Verbundenheit mit Maßnahmen im gesamten Mitarbeiterbereich etablieren, steigen Leistung, Produktivität und Wohlbefinden, und die Mitarbeiter bleiben. Und wenn Menschen wie Amelie sich auf der Arbeit zum Beziehungsaufbau motiviert fühlen, berichten sie auch von enormen persönlichen Auswirkungen: 41 % höhere soziale Verbundenheit, 59 % bessere Beziehungen und 36 % größere Lebensfreude. Sie wachsen sowohl auf beruflicher als auch auf persönlicher Ebene.

Vielleicht ist jetzt klar, warum Amelies Abfall an Produktivität und Enthusiasmus nicht nur ein persönliches Pandemieproblem ist, und wie essenziell es ist, Möglichkeiten für bedeutsame Bindungen und Zugehörigkeit für Mitarbeiter zu schaffen.

Bindungsmangel ist kein Schicksal. Achte in Zukunft darauf, wie du Verbundenheit in deiner Belegschaft kultivieren kannst – oder schau zu, wie sich immer mehr Silos und Inseln in deinem Unternehmen bilden. Indem du Möglichkeiten für bedeutsame Bindungen schaffst, formst du eine Kultur gesteigerter Zugehörigkeit. Das ist gut fürs Unternehmen und großartig für die Menschen.

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Erhalte Zugang zu Dutzenden weiteren Informationen in der Studie Die europäische Krise der sozialen Verbundenheit und lerne, was Unternehmen und Manager tun können.

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Veröffentlicht September 7, 2022

Karen Saukas

Karen is a writer, editor, and storyteller with a decade of international communications experience focused on the intersection of human behavior and work. With a degree in psychology and communication studies, she enjoys researching topics she is passionate about — well-being, mental health, and the ever-changing world of work — to create human-centered content that helps people thrive. Karen was born and raised in Michigan but now lives in Munich, Germany, with her Bavarian husband and their young son. She is always working on her German skills.

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