5 Methoden zur Unterstützung der mentalen Gesundheit Ihrer Mitarbeiter

Mai 23, 2022 - 10 lesezeit

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Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz

Warum ist es sinnvoll, die mentale Gesundheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu unterstützen?

5 Maßnahmen zur Unterstützung der mentalen Gesundheit Ihrer Mitarbeiter

Mentale Fitness bedeutet nicht mentale Gesundheit

Der Arbeitsplatz war noch nie der beste Ort, um schlechte Tage zu verbringen und gerade deshalb sollte sich dort vielleicht einiges ändern. Immerhin sind so viele Aspekte unseres Lebens – unsere Schlafzyklen, unsere Pendelzeiten, unser soziales Umfeld und mehr – mit unseren Arbeitsplätzen verknüpft. Wenn Stress am Arbeitsplatz die Hauptursache für psychische Probleme sein sollte, ist es vielleicht auch der beste Ort, um die mentale Gesundheit der Mitarbeiter zu verbessern und zu unterstützen.

Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz

Ähnlich einem virus, ist die mentale Gesundheit am Arbeitsplatz ansteckend. Es ist durchaus möglich, dass Mitarbeiter – insbesondere Manager – emotionale, kognitive und soziale Muster sowie Verhaltensweisen auf ihre Kollegen „übertragen“. Das liegt daran, dass Menschen als soziale Wesen darauf ausgelegt  sind, sich schnell dem emotionalen Zustand der anderen anzupassen.

Die gute Nachricht ist, dass es auch möglich ist, sich einen positiven emotionalen Zustand anzueignen – oder in anderen Worten, eine gute Kultur anzunehmen. Daher ist die Unterstützung der mentalen Gesundheit von Mitarbeitern für das Wachstum, die Produktivität und Innovation an ihrem Arbeitsplatz entscheidend.

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Warum ist es sinnvoll, die mentale Gesundheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu unterstützen?

Wenn Richtlinien zur Unterstützung der mentalen Gesundheit von Mitarbeitern vorhanden sind, ist das sowohl für das Arbeitsumfeld als auch Ihre Bilanz von Vorteil. Hier finden Sie einige Gründe, warum Sie mentale Gesundheit am Arbeitsplatz priorisieren und fördern sollten:

Investitionsrendite

Gemäß den Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) belaufen sich die Kosten in Verbindung mit Depression und Ängsten sowie dem daraus resultierenden Einkommensverlust auf fast 1 Billion USD. Das ist eine ziemlich einschüchternde Zahl. Aber es gibt nicht nur schlechte Nachrichten: Die WHO hat auch festgestellt, dass sich die Anlagerendite der Investition in mentale Gesundheitsversorgung vervierfacht. 

Produktivitätssteigerung

2016 hat Gallup berichtet, dass deutsche Arbeitnehmer, die unter mentalen oder emotionalen Störungen leiden, 35,4 Millionen mehr Arbeitsfehltage haben als andere Mitarbeiter. Dieser Produktivitätsverlust kostet den deutschen Arbeitgebern über 9 Mrd. €. Die finanziellen Einbußen aufgrund von Burnout-Syndromen sind demnach sehr hoch. Trotz des hartnäckigen Mythos, dass Druck zu mehr Leistung führt, wird immer mehr realisiert, dass Stress größtenteils einfach nur noch mehr Stress erzeugt. Mitarbeiter rufen nicht unter Druck ihre beste Leistung ab – sie müssen dazu befähigt werden. 

Bessere Mitarbeiterbindung

Das Wohlbefinden von Mitarbeitern wirkt sich jedoch nicht nur auf deren Leistung aus. Bei der Auswertung von Mitgliederdaten durch BetterUp stellte unser Insights-Team fest, dass die Förderung des Wohlbefindens der Mitarbeiter auch einen erheblichen Einfluss auf die Mitarbeiterbindung hat. Wenn Personen – vor allem Frauen und Elternteile – angaben, sich rundum wohlzufühlen, erhöhte sich ihre Absicht, ihren Arbeitsplatz beizubehalten um 31 % bzw. 13 %.

Verbesserte Kreativität

Stress und Ängste wirken sich negativ auf die Kreativität und das innovative Denken aus. Wenn Personen mentale Gesundheitsprobleme haben, kostet es sie sehr viel mehr Mühe, kreative Arbeit zu leisten. Umgekehrt gilt: Wenn Personen angeben, „überhaupt keine Probleme“ mit ihrer mentalen Gesundheit zu haben, dann ist für sie kreative Arbeit um 23 % weniger anstrengend.

 

5 Maßnahmen zur Unterstützung der mentalen Gesundheit Ihrer Mitarbeiter

Die Vorteile, die sich aus derUnterstützung der mentalen Gesundheit von Mitarbeitern heraus ergeben, sind bekannt – doch wo setzt man diesbezüglich am besten an? Hier finden Sie fünf Maßnahmen, die Sie zur Förderung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz ergreifen können:

1. Stellen Sie Ressourcen für mentale Gesundheit zur Verfügung, wie beispielsweise EAPs und Coaching-Angebote

Employee Assistance Programs oder EAPs (Beratungsprogramme für Mitarbeiter) sind vom Arbeitgeber angebotene Programme, die den Mitarbeitern bei der Bewältigung von Problemen helfen, die ihr Leben beeinträchtigen. Die Idee dabei ist, persönliche Probleme zu lösen, ehe diese sich negativ auf die Arbeitsleistung auswirken. EAPs sind zwar hilfreich –  und Unternehmen, die sie anbieten, verzeichnen signifikant weniger Fehlzeiten und eine geringere Belastung am Arbeitsplatz – doch werden sie einfach viel zu wenig eingesetzt. Mehrere Studien geben eine EAP-Nutzung von unter 10 % an.

Programme wie das BetterUp Coaching stellen hingegen persönliche und professionelle Unterstützung mit einer vergleichbaren Investition bereit, die wesentlich besser angenommen wird. Das innovative Whole Person-Modell von BetterUp analysiert das Mindset, , die Verhaltensweisen sowie Ergebnisse und fokussiert dabei jene Verhaltensweisen, die nachverfolgbar sind und im Verlauf der Zeit weiterentwickelt werden können. Unsere Forschung hat festgestellt, dass Coaching durch die Verbesserung des Selbstverständnisses eineGrundlage für mentale Gesundheit aufbauen kann

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2. Angebot von mentalem Gesundheitstraining

Einen Zugang zu Therapien und mentalen Gesundheitsdienstleistungen zu schaffen, ist nicht genug. Auch wenn Sie die Kosten für psychische und verhaltensbezogene Gesundheitsbelange tragen, wünschen sich Mitarbeiter doch eher Schulungen, zu denen sie hingehen können und Informationen darüber, wie sie diese Ressourcen nutzen können. Sensibilisieren Sie Vorgesetzte dafür, wie sie Anzeichen von Depression, Ängsten und anderen häufigen mentalen Gesundheitszuständen erkennen und angemessen eingreifen können. Ein offener Kommunikationskanal zum Vorgesetzten kann den Stress reduzieren, der entsteht, wenn man nicht möchte, dass Kollegen „herausfinden“, was man gerade durchzustehen hat.

3. Schulen Sie Vorgesetzte in Bezug auf die Vorgehensweise, wenn sie Anzeichen von emotionalem Stress erkennen

Die Methode der „alten Schule“, mit psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz umzugehen, besteht darin, so zu tun, als gäbe es sie gar nicht. Doch das funktioniert nicht mehr. Mitarbeitern muss es möglich sein, als ganzer Mensch in die Arbeit zu gehen – nur, wenn sie das tun, werden sie sich entfalten. Wenn jedoch im Gegensatz dazu vorgetäuscht werden muss, dass alles in Ordnung ist, führt das zu einer 32 %igen geringeren Wahrscheinlichkeit, dass Menschen ihren Arbeitsplatz mögen. 

Wir können Hilfe anbieten, indem wir Vorgesetzte darin schulen, Mitarbeitern, die sich eventuell nicht sehr wohl fühlen, Unterstützung anzubieten. Wir können ihnen beibringen, urteilsfrei zuzuhören und weitere Schritte zurUnterstützung anzubieten. Das könnten ein Tag Auszeit für die mentale Gesundheit, flexiblere Arbeitszeiten, mehr Zeit für ein bestimmtes Projekt, die Empfehlung eines passenden EAP oder aber ein Anstoß für ein Gespräch mit der Personalabteilung zum Ausloten neuer Möglichkeiten sein.

4. Kommunikation einsetzen, um Stigma abzubauen

Seien Sie offen für Gespräche zum Thema Wohlbefinden und mentale Gesundheit. Sie müssen nicht jeden Aspekt Ihres persönlichen Lebens preisgeben. Einfach zu erzählen, dass man „sich überfordert fühlt“ oder „einen harten Tag hat“, kann wunderbar stärkend sein. Wenn man ehrlich zu seinen Vorgesetzten, Kollegen und Teams sein kann, fördert das die Kameradschaft, die Bindung und sogar die Produktivität. Lassen Sie sie wissen, dass es okay ist, einmal einen schlechten Tag zu haben.

5. Förderung des Wohlbefindens als Teil der Unternehmenskultur

Feiern Sie die gesunden Selbstfürsorge-Gewohnheiten Ihres Teams. Regen Sie zu Meetings bei einem Spaziergang an, veranstalten Sie ‚Water Challenges‘ und erinnern Sie sie an Wellness- oder Lifestyle-Vergünstigungen in ihrem Leistungspaket. Leben Sie selbst eine Work-Life-Balance vor und nehmen Sie sich extra Zeit für Ihre eigene mentale Gesundheit. Stellen Sie sicher, dass Ihre Teammitarbeiter wissen, dass Sie ihr Wohlbefinden genauso wertschätzen wir ihre Produktivität und betonen Sie, dass sie ihre mentale Gesundheit nicht der Leistung opfern müssen.

Mentale Fitness bedeutet nicht mentale Gesundheit

Wenn es einen Lichtblick in Verbindung mit der Ungewissheit der vergangenen zwei Corona-Jahre gibt, dann ist dieser die erhöhte Aufmerksamkeit für die Unterstützung der mentalen Gesundheit von Arbeitnehmern. Gespräche zum Thema Wohlbefinden sind überaus wichtig. Doch um sich zu entfalten genügt es nicht, nur mentale Krankheit zu behandeln. Wir müssen Stress, Ängsten und Depressionen einen Schritt zuvorkommen, indem wir die Bedeutung der mentalen Fitness in den Vordergrund stellen. Die Kultivierung eines Bewusstseins dafür, wie wir denken, uns verhalten und fühlen, bringt uns mehr als nur einen zusätzlichen Vorteil bei der Arbeit: Das sind die Bausteine, die uns zu einem erfüllten Leben befähigen.

Veröffentlicht Mai 23, 2022

Allaya Cooks-Campbell

BetterUp Staff Writer

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