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7 Arten des Zuhörens können Ihr Privat- und Berufsleben verändern

April 28, 2022 - 13 lesezeit

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Warum ist Zuhören im Privatleben und im Beruf so wichtig? 

Sieben Arten des Zuhörens

Lernen Sie alle Arten des Zuhörens, um Ihr Privat- und Berufsleben zu verbessern 

Die Bedeutung des Zuhörens kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. 

Es ist zwar wichtig zu lernen, wie Sie das, was Sie sagen wollen, verständlich kommunizieren. Genauso wichtig für die Kommunikation ist es jedoch, zu wissen, wie Sie zuhören und verschiedene Arten des Zuhörens einsetzen. 

Dieses Wissen kann Ihnen nicht nur helfen, Informationen auf verschiedenen Ebenen zu verarbeiten, sondern auch, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen.

Das liegt daran, dass »Zuhören« mehr ist als einfach nur »Hören«.

Es ist auch viel mehr, als nur den Worten zuzuhören, die jemand anderes sagt. Dies ist zwar auch eine Art des Zuhörens, aber nicht die Einzige, die zählt.

Lassen Sie uns über die verschiedenen Ausprägungen des Zuhörens sprechen und darüber, warum Zuhören wichtig ist und wie Sie damit Ihre berufliche und private Entwicklung vorantreiben.

Warum ist Zuhören im Privatleben und im Beruf so wichtig?  

Zuhören ist ein wesentlicher Bestandteil der effektiven Kommunikationskompetenzen.

Wenn Sie nicht richtig zuhören, verstehen Sie nicht, was andere Menschen wirklich sagen wollen. So passiert es schnell, etwas falsch zu verstehen oder aber von puren Annahmen auszugehen. 

Wenn Sie hingegen aktiv zuhören, können Sie mit jemandem richtiggehend kommunizieren. 

Zuhören ist der wichtigste Teil der Kommunikation. Das liegt daran, dass Ihnen erst das Zuhören ermöglicht, eine fundierte und sinnvolle Antwort zu formulieren. Sie können Feinheiten aufgreifen, die Sie sonst nicht wahrnehmen würden – vor allem über die  Körpersprache.

Wenn etwas nicht verständlich  ist, können Sie durch Nachfragen zur Klärung beitragen. Das ist etwas, was Sie ohne aktives Zuhören vielleicht nicht getan hätten.

Im Berufsleben ist die Kommunikation ein wichtiges „Soft Skill“, eine Fertigkeit im Umgang mit anderen Menschen. Laut dem LinkedIn-Bericht „Global Talent Trends 2019“ geben 80 % der Unternehmen an, dass „Soft Skills“ für ihren Erfolg immer wichtiger werden.

Darüber hinaus ist das Zuhören auch für eine produktive Zusammenarbeit wichtig. 

Laut demselben LinkedIn-Bericht ist eine gute Zusammenarbeit die drittwichtigste „Soft Skill“, die Unternehmen einfordern

Stellen Sie sich vor, Sie versuchen zwar, gut zusammenzuarbeiten, sind aber nicht in der Lage, Ihren Kollegen aktiv zuzuhören. Oftmals gehen so Informationen unter und es kommt zu Missverständnissen.

Dasselbe kann passieren, wenn die Mitglieder eines  Teams unterschiedlich gut zuhören. Einige davon werden sicherlich mehr engagiert sein als andere. Dasselbe Gespräch wird demzufolge nicht von allen gleichermaßen verstanden. 

Das können Sie vermeiden, wenn jeder der anderen Person aktiv zuhört.

Außerdem werden Ihre Kollegen und Vorgesetzten bemerken, dass Sie sinnvolle Antworten geben, wenn Sie aktiv zuhören. 

Zuhören ist auch entscheidend, wenn Sie effektiv lernen wollen.

Ohne aufmerksames Zuhören kann es leicht passieren, dass Ihnen kleine Details entgehen, die für den Lernerfolg entscheidend sind.

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Spiele für aktives Zuhören

Sie können die Kommunikation im Team mit Spielen für aktives Zuhören verbessern.

Bei einem solchen Spiel teilen Sie sich und Ihre Kollegen in Zweiergruppen auf. Die eine Person in jeder Gruppe bekommt ein Bild, die andere einen Stift und Papier in die Hand gedrückt. 

Der zweite Teilnehmer muss nun Fragen stellen, um das Bild, das der erste Teilnehmer verdeckt in der Hand hält, richtig zu zeichnen.

In einem anderen Spiel müssen die Teilnehmer pantomimisch ohne Worte ihre Gefühle zu einem Thema auszudrücken. Die anderen Teilnehmer müssen aufschreiben, was die andere Person ihrer Ansicht nach fühlt.

Schließlich können Sie aktives Zuhören üben, indem Sie alle Teilnehmer drei bis fünf Minuten lang einer Person zuhören lassen. Während dieser Zeit dürfen die anderen Teilnehmer nicht sprechen. Anschließend müssen die anderen Teilnehmer mit eigenen Worten beschreiben („paraphrasieren“), was die andere Person ihrer Ansicht nach gesagt hat.

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Sieben Arten des Zuhörens

Es gibt verschiedene Arten des Zuhörens, die Sie sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz entwickeln können.

Sehen wir uns sieben Arten des Zuhörens einmal näher an und lassen Sie uns untersuchen, warum diese wichtig sind und welche Ausprägungen sie haben: 

1. Verstehendes Hören

Wenn Sie etwas lernen wollen, nutzen Sie das verstehende Zuhören, um Informationen zu begreifen und zu behalten. 

Für diese Art des Zuhörens müssen Sie sich in der Regel stark konzentrieren. Das liegt daran, dass Sie sehr fokussiert sein müssen, um ein neues Konzept zu verstehen.

Außerdem müssen Sie das Gelernte kritisch durchdenken. So können Sie das, was Sie lernen, im Kontext der relevanten Informationen verstehen.

Einige Beispiele für verstehendes Zuhören sind u.a.:

  • Berufliche Schulung
  • Selbstgesteuertes Lernen zu Hause oder am Arbeitsplatz
  • Anhören eines lehrreichen eBooks
  • Coaching

Wenn Sie wissen, wie man verstehendes Zuhören einsetzt, können Sie sich selbst zum besseren Lernen befähigen. Indem Sie aktiv lernen und sich selbst verbessern, können Sie Ihren Wert am Arbeitsplatz steigern.

Sie können sich mit dieser Art des Zuhörens aber auch persönlich erfüllter fühlen, wenn Sie beispielsweise einer Ihrer Leidenschaften nachgehen und für sich privat etwas Neues lernen.

2. Diskriminatives Zuhören

Das diskriminative Zuhören ist der erste Zuhörtyp, mit dem wir geboren wird.

Jeder Mensch hat von Natur aus die Fähigkeit, diskriminativ zuzuhören.

Sie nutzen diese Art des Zuhörens, bevor Sie überhaupt Wörter verstehen können. Anstatt sich auf Worte zu verlassen, werden beim diskriminativen Zuhören der Tonfall, verbale Signale und andere Klangveränderungen hinzugezogen.

Durch das diskriminative Zuhören verstehen Babys die Absicht eines Satzes, bevor sie Wörter erlernt haben. Wenn jemand mit ihnen in einem fröhlichen, freundlichen Tonfall spricht, werden sie lächeln und mit Offenheit reagieren.

Sie können auch erkennen, wer spricht, weil sie verschiedene Stimmen differenzieren können.

Aber das diskriminative Zuhören ist nicht nur für Babys geeignet.

Wenn Sie einem Gespräch in einer Fremdsprache zuhören, werden Sie wahrscheinlich automatisch Ihre Fähigkeit zum diskriminativen Zuhören einsetzen.

So können Sie Tonfall und Modulation analysieren, um eine Vorstellung davon zu bekommen, um was es geht.

Sie können auch nonverbale Signale zum Zuhören und Analysieren verwenden. So sagt zum Beispiel die Mimik, die Körpersprache und andere Verhaltensweisen eines Menschen viel über die Bedeutung seiner Botschaft aus.

Selbst wenn Sie also eine Sprache nicht verstehen, sollten Sie das diskriminative Zuhören nicht außer Acht lassen. 

Diese Art des Zuhörens ist der Schlüssel zum Verständnis subtiler Hinweise in einem Gespräch: Das diskriminative Zuhören kann Ihnen dabei helfen, zwischen den Zeilen zu lesen und zu hören, was unausgesprochen bleibt.

Hier ein Beispiel: 

Nehmen wir an, Sie fragen eine Kollegin, ob sie mit einer bestimmten Vorgehensweise einverstanden ist.

Sie bejaht das zwar, man kann aber an ihrer Körpersprache erkennen, dass etwas nicht stimmt, z. B. weil sie sich unruhig bewegt. 

Mit Ihren Fertigkeiten des diskriminierenden Zuhörens können Sie dies aufgreifen und nachfragen, ob sie sich sicher ist. Sie können aber auch fragen, ob es etwas anderes gibt, das sie besprechen möchte.

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3. Voreingenommenes Zuhören 

Das voreingenommene Zuhören wird auch als selektives Zuhören bezeichnet.

Jemand, der voreingenommen zuhört, hört nur auf die Informationen, die er bzw. sie unbedingt hören will.

Das Zuhören kann so zu einer Verzerrung der Tatsachen führen. Das liegt daran, dass die zuhörende Person nicht ganz auf das Gesprochene eingestimmt ist.

Hier ein Beispiel: 

Angenommen, Ihre Vorgesetzte unterrichtet Sie über ein neues Projekt. Sie warten darauf, die Einzelheiten dieser Aufgabe zu erfahren, weil Sie sich schon lange darauf gefreut haben.

Weil Sie sich so sehr auf die Details der Aufgabe konzentrieren, hören Sie nicht alles, was Ihre Vorgesetzte sagt. So hören Sie zwar, dass Ihnen Ihre Vorgesetzte erklärt, wie Sie anhand dieses Projekts beurteilt werden, aber Sie verarbeiten das nicht vollständig.

Da Sie diese Informationen nicht haben, können Sie möglicherweise nicht so gut arbeiten, wie Sie es könnten, wenn Sie alle Details verstanden hätten.

4. Teilnahmsvolles Zuhören

Teilnahmsvolles Zuhören ist durch Emotionen gesteuert.

Anstatt sich auf die Botschaft zu konzentrieren, die durch Wörter vermittelt wird, fokussieren wir uns auf die Gefühle und Emotionen des Sprechers.

Dies geschieht, um diese Gefühle und Emotionen zu verarbeiten.

Durch teilnahmsvolles Zuhören können Sie dem Sprecher die nötige Unterstützung geben. Sie können verstehen, wie der Sprecher sich wirklich fühlt, und nicht nur, wie er seine Gefühle beschreibt. 

Der Sprecher wird sich gehört und bestätigt fühlen, wenn Sie sich die Zeit nehmen, ihm auf diese Weise Aufmerksamkeit zu schenken.

Teilnahmsvolles Zuhören ist entscheidend, wenn Sie eine tiefere Beziehung zu jemandem in Ihrem Leben aufbauen wollen.

Nehmen wir zum Beispiel an, Sie treffen eine Arbeitskollegin im Supermarkt. Sie scheint aufgebracht zu sein, also beschließen Sie, sich anzuhören, was sie zu sagen hat.

Sie können auch teilnahmsvoll zuhören, um zu spüren, wie es ihr geht. Dabei merken Sie, wie frustriert sie über die mangelnde Anerkennung auf der Arbeit ist.

So können Sie Ihre Unterstützung anbieten und Verständnis für ihre Situation aufbringen.

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5. Umfassendes Zuhören

Im Gegensatz zum diskriminativen Zuhören erfordert das umfassende Zuhören Sprachkenntnisse.

Diese Art des Zuhörens wird in der Regel in der frühen Kindheit entwickelt.

Das umfassende Zuhören wird verwendet, um zu verstehen, was jemand mit Worten sagt.

Mehrere andere Arten des Zuhörens bauen auf dem umfassenden Zuhören auf. Sie müssen zum Beispiel umfassend zuhören, um sich zu informieren oder um etwas Neues zu lernen.

Im Beruf und im Privatleben werden Sie wahrscheinlich eine Kombination aus umfassendem und diskriminativem Zuhören verwenden, um die Botschaften zu verstehen, die Sie von anderen Menschen erhalten.

Nehmen wir zum Beispiel an, Ihr Kollege unterrichtet Sie über ein Projekt. Um die Worte zu analysieren und die Botschaft zu verstehen, müssen Sie umfassend zuhören.

Auch beim Erhalt von Feedback werden Sie umfassend zuhören.

6. Empathisches oder therapeutisches Zuhören

Empathisches Zuhören ist nützlich, um sich in die Perspektive anderer Menschen hineinzuversetzen.

Mit dieser Art des Zuhörens können Sie versuchen, den Standpunkt der anderen Person zu verstehen, während sie spricht. Sie können auch versuchen, sich in die Lage der anderen Person zu versetzen.

Anstatt sich nur auf die Botschaft zu konzentrieren, können Sie durch empathisches Zuhören die Erfahrungen anderer so nachempfinden, als wären es Ihre eigenen.

Das ist nicht zu verwechseln mit dem teilnahmsvollen Zuhören.

Beim teilnahmsvollen Zuhören versuchen Sie, die Gefühle der anderen Person zu verstehen, um sie zu unterstützen. Aber Sie versuchen nicht unbedingt, sich vorzustellen, wie es wäre, in ihrer Lage zu sein.

Hier ein Beispiel: 

Angenommen, Ihre Vorgesetzte hat soeben bekannt gegeben, dass der Betriebsausflug diese Woche aufgrund von Sparmaßnahmen ausfällt.

Durch empathisches oder einfühlsames Zuhören werden Sie bemerken, wie stark der Druck auf Ihre Vorgesetzte ist. Sie können sich vorstellen, wie es wäre, wenn Sie selbst die schlechte Nachricht überbringen müssten. 

Sie wissen, dass es Druck von höherer Stelle gibt, das Budget einzuhalten. Sie wissen auch, dass es Druck von Seiten der Angestellten gibt.

Anstatt sich zu ärgern, verstehen Sie, warum Ihre Vorgesetzte diese Entscheidung getroffen hat. Das liegt daran, dass Sie sich vorstellen können, wie es wäre, in diesem Moment in deren Haut zu stecken.

7. Kritisches Zuhören 

Wenn Sie komplexe Informationen analysieren müssen, ist kritisches Zuhören gefragt.

Das kritische Denken beim Zuhören reicht tiefer als das umfassende Zuhören. Anstatt die Informationen einfach nur aufzunehmen, können Sie durch kritisches Zuhören das Gesagte bewerten.

Kritisches Zuhören ist bei der Lösung von Problemen am Arbeitsplatz von entscheidender Bedeutung. 

Sie können diese Art des Zuhörens zum Beispiel anwenden, wenn Sie eine Entscheidung treffen müssen, wie Sie mit einer ungewöhnlichen und komplexen Kundenanfrage umgehen sollen.

Sie müssen diese Fertigkeit nutzen, um die von anderen Personen vorgeschlagenen Lösungen zu analysieren und zu entscheiden, ob Sie damit einverstanden sind oder nicht. 

Dazu müssen Sie nicht nur ihre Worte hören. Sie müssen auch das Gesamtbild betrachten und alles Gesagte mit dem vergleichen, was Sie bereits wissen.

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Lernen Sie alle Arten des Zuhörens, um Ihr Privat- und Berufsleben zu verbessern 

Die eine Art des Zuhörens ist nicht besser als die andere. Stattdessen helfen Ihnen diese sieben Ausprägungen des Zuhörens, die an Sie gerichteten Botschaften besser zu verstehen.

Wenn Sie gut zuhören können, werden Sie zu einem besseren Kommunikator, vermeiden Missverständnisse und lernen neue Informationen leichter.

Wenn Sie sich schwer tun, ein aktiver Zuhörer zu werden, sind Sie nicht allein. Mit dem Coaching von BetterUp-Experten können Sie an dieser Fähigkeit leicht arbeiten.

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Veröffentlicht April 28, 2022

Erin Eatough, PhD

Sr. Insights Manager

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